Interessantes (?) zum Thema JAPAN  
  
  Die japanischen Anhängsel an die Anrede    2002 - 06 - 15  

Die Anredeanhängsel spielen in Japan eine sehr bedeutende Rolle wenn es darum geht das Verhältnis der Gesprächspartner unter einander wiederzugeben.

Sie sind umso bedeutender, da die Japaner sich bei der Begrüßung nicht die Hand geben wie es im westlichen Kulturkreis üblich ist !

 
  
  kein Anhängsel  

Den Verzicht auf die Verwendung eines Anhängsels an die Anrede kann man sich nur erlauben wenn man mit jemanden spricht, der sich sozial weit unter einem selbst befindet. Eine zweite Möglichkeit ist das man einen überaus engen Kontakt zu einander hat, zum Beispiel: Liebende, Eheleute, Eltern zu ihren Kindern, ...

 
  
  -chan  

Das Anhängsel -chan wird in der Regel von Personen benutzt die in einer sehr engen Beziehung zu der angeredeten Person stehen und sich sozial mindestens auf der gleichen (oder einer höheren) Stufe befinden. Zum Beispiel können Eltern ihre Kinder so anreden aber nie umgekehrt. Wenn Kinder ihre Eltern mit -chan anreden würden, würde das bedeuten, dass die Kinder keinen Respekt für ihre Eltern besitzen. Das -chan wird zusammen mit dem Vornamen benutzt: Ranma-chan, Akane-chan aber normaler Weise nicht mit dem Nachnamen: Saotome-chan oder Tendo-chan.

 
  
  -kun  

Das -kun wird unter befreundeten Personen benutzt, die sich sozial mindestens auf der gleichen (oder einer höheren) Stufe wie die angeredete Person befinden. Das -kun wird zusammen mit dem Vornamen benutzt: Ranma-kun, Akane-kun aber normaler Weise nicht mit dem Nachnamen: Saotome-kun oder Tendo-kun.

 
  
  Die Debatte -chan / -kun bedeutet Mädchen / Junge  

Es ist ganz entschieden festzustellen, dass die Anhängsel -chan und -kun generell geschlechtsneutral sind.

Das Problem liegt in der unterschiedlichen Mentalität von Frauen und Männern begründet.
Während Frauen bedeutend gefühlsbetonter agieren, verhalten sich Männer eher distanziert. Eine Folge dieser Macho-mentalität ist, das Männer eine förmlichere Anrede bevorzugen, während Frauen auf der anderen Seite, auch in der Anrede, gerne ihren Gefühlen Ausdruck geben. So kommt es, das Frauen wenn sie sich anreden ihre persönliche Beziehung (in der Regel Freundschaft) zueinander in die Anrede einbeziehen und dies auch problemlos für sich akzeptieren. Männer dagegen wollen, auch unter Freunden, mit dem etwas distanzierteren -kun angeredet werden. Die Verwendung von -chan gegenüber Männern kommt daher eher einer Beleidigung denn einer freundschaftlichen Anrede gleich.

Wenn man die Anreden bildlich betrachtet, kann man das -chan mit einem verbalen Kuß vergleichen, während das -kun einem festen Händedruck gleich kommt.

 
  
  -san  

Man benutzt das Anhängsel -san wenn man mit fremden Personen spricht. Es drückt die nötige Ehrerbietung aus, die man gegenüber fremden Personen oder Personen gleichen oder höheren Standes haben sollte. Die Verwendung liegt im Normalfall mit dem Nachnahmen (Saotome-san), selten mit dem Vornamen (Ranma-san).

 
  
  -sama  

Die höchste Form der Ehrehrbietung geht von -sama aus. Sie findet in der Regel bei Göttern Verwendung oder wenn man sich besonders gut mit jemanden stellen möchte. Dabei muß man allerdings aufpassen, dass es sich nicht als totale Kriecherei darstellt. Akane verwendet es zum Beispiel bei der Anrede von Nodoka (Ranmas Mutter). Das zeigt eindeutig, das sie hohen Respekt vor ihr hat und das sie es sich nicht mit ihrer zukünftigen Schwiegermutter verderben möchte. Auch Kodachi benutzt diese Form der Anrede für ihren angebeteten Ranma (Ranma-sama) was allerdings ungewöhnlich ist, da man -sama auf sozial deutlich höhergestellte Personen anwendet und diese natürlich nicht mit dem Vornamen anspricht.

 

 

  
  em@il: ranma-japan@kreienkamp.net     Betreff: Anredeerweiterungen